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Vor einem Jahr lancierte der Verein Zeitvorsorge Liechtenstein mit «Zeitpolster» ein Zeitvorsorgemodell für Liechtenstein, mit dem Ziel, ein System der «organisierten Nachbarschafshilfe einzuführen. Das Vorhaben wurde durch Corona zwar etwas ausgebremst, der Start ist dennoch gut verlaufen, wie sich an der ersten Jahresversammlung zeigte.

So ist es Geschäftsführerin Judith Oehri gelungen, aus jeder Gemeinde eine Person zu rekrutieren, welche als lokale Ansprechperson für Freiwillige und Hilfesuchende dient. Gemeinsam bilden diese Gemeindeverantwortlichen ein Team Oberland und ein Team Unterland. Die beiden Teams sind das Herzstück der Organisation. Durch ihre lokale Verankerung rekrutieren sie freiwillige Helfer und Hilfesuchende bringen deren Bedürfnisse bzw. Angebote zusammen.

Per Ende Dezember 2020 haben sich erfreulicherweise bereits 65 Personen als Helfende registriert und 20 Personen haben Betreuung gesucht. Fahrdienst und Hilfe bei der Gartenarbeit waren die gefragtesten Dienstleistungen, daneben wurde auch administrative Hilfe oder Unterstützung im Haushalt in Anspruch genommen. Die Teammitglieder können zurecht stolz auf das Geleistete sein, denn sie konnten in einem schwierigen Umfeld Lösungen für die Anfragen bieten.

Coronabedingte Startschwierigkeiten

Dennoch steckt «Zeitposter» noch in den Kinderschuhen. «Durch die coronabedingten Absagen von Plattformen wie beispielsweise der Altersmesse in Vaduz, der LIHGA in Schaan, der 11. Alterstagung Bodensee oder des Gesundheitstages in Triesenberg hatten wir kaum Gelegenheit, unser Projekt einer breiten Bevölkerung bekannt zu machen. Auch viele Seniorenanlässe der Gemeinden oder Märkte fanden nicht statt, daher war es nicht möglich, die Werbetrommel richtig zu rühren», bedauert Präsident Ewald Ospelt. Doch das Fundament ist gelegt und er geht davon aus, dass nach der Krise deutlich mehr Helfende und Hilfesuchende registriert werden können. Schliesslich habe gerade die Pandemie gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Nachbarschaftshilfe ist.

Zeitgutschriften für Helfende

«Helfen und sich helfen lassen» – ist die Idee hinter «Zeitpolster». Es geht darum, dass freiwillige Helfer ältere Mitmenschen mit einfachen Dienstleistungen unterstützen. Als «Lohn» erhalten sie dafür Zeitgutschriften, die sie später bei Bedarf selbst einlösen können. So stellen sie sicher, dass sie im Alter selbst Hilfe bekommen. Der Verein wird dieses System der «organisierten Nachbarschaftshilfe» in Liechtenstein weiter etablieren und zielstrebig daran weiterarbeiten.

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