LOGIN | KONTAKT

Fragen und Antworten

Hier haben wir einige Fragen für Sie zusammengefasst.

Fehlen wichtige Fragen, schreiben Sie uns doch!

Warum braucht es eine solche Zeitvorsorge-Organisation?

Längerfristig wird es in vielen Gemeinden schwieriger werden, die benötigten Betreuungsleistungen mit den vorhandenen Strukturen abzudecken. Die Hauptursachen dafür sind veränderte Familienstrukturen und der demografische Wandel. Die Anzahl der Menschen im hohen Alter wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Die Zeitpolster-Organisation kann die sich abzeichnende Lücke für Unterstützungsleistungen im Alltag versuchen zu füllen, jedoch nicht die professionelle Pflege und Betreuung älterer Menschen ersetzen.

Derzeit gibt es ja noch niemanden, der über ein „Zeitpolster“ verfügt. Wie geht man damit um ?

Personen, die Hilfe benötigen, können auch ohne „Zeitpolster“ Hilfe in Anspruch nehmen, sie müssen dafür allerdings zehn Franken pro Stunde bezahlen. Von diesen zehn Franken werden sechs für die Finanzierung der Organisationskosten verwendet und vier werden auf ein Notfallkonto eingezahlt. Mit dieser Art der Finanzierung zielt Zeitpolster darauf ab, nach einer gewissen Anlaufphase unabhängig von Drittleistungen zu operieren. Auch langfristig wird es immer einen Teil von Unterstützten geben, die über kein Stundenguthaben verfügen. Nach einer Aufbauphase werden die Organisationskosten gesenkt und so sollte die längerfristige Finanzierung gesichert werden können.

Die Helfenden bekommen pro geleistete Betreuungsstunde eine Stunde auf ihr individuelles Zeitkonto gutgeschrieben. Das angesparte Zeitguthaben kann später für eigene Bedürfnisse eingezogen werden. Falls zu dem Zeitpunkt nicht genügend Helfende zur Verfügung stehen, die diese Dienstleistung erbringen, besteht die Möglichkeit, mit Mitteln aus dem Notfallkonto gewisse Leistungen wie z.B. Betreuungsstunden der Familienhilfe zuzukaufen. Eine Garantie dafür, dass die geleisteten Stunden komplett eingelöst werden, besteht jedoch nicht. Das System lebt auch von der Zuversicht, dass zukünftige Generationen ebenfalls bereit sein werden, sich freiwillig zu engagieren.

Es gibt jedoch bereits heute Freiwillige, die diese Lücke füllen, warum muss das über ein Netzwerk organisiert werden?

Freiwilligenarbeit im Bereich der Betreuung und Unterstützung von älteren Menschen erfolgt in Liechtenstein heute vorwiegend im innerfamiliären Bereich oder in den Organisationen, die stationäre (Pflegeheime) und ambulante (Familienhilfe/Spitex) Pflege und Betreuungsleistungen anbieten. Zeitvorsorgeorganisationen haben nachweislich das Potenzial, Menschen für Freiwilligenarbeit zu animieren, die zuvor in keiner Weise freiwillig tätig waren.

Werden damit nicht andere Organisationen konkurrenziert?

Die Erfahrungen von ausländischen Organisationen zeigen, dass die Konkurrenzierung in keinem Fall ein ernsthaftes Problem darstellt und durch eine Abstimmung vor allem mit bestehenden Dienstleistern und Hilfsorganisationen unter dem Strich ein gesellschaftlicher Mehrwert entsteht. Die Grundidee ist es, organisierte Nachbarschaftshilfe zu etablieren, die betreuungsbedürftigen Personen den Alltag erleichtert und im Idealfall ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Es ist also auch nicht unser Ziel, sämtliche Freiwilligenaktivitäten bei uns zu bündeln. Auch eine Konkurrenzierung von Gewerbetreibenden oder Dienstleistern wie beispielsweise Taxiunternehmen erfolgt nicht. Der Umfang der Freiwilligenarbeit ist auf rund fünf Stunden pro Woche limitiert. Wir wollen nicht, dass sich Helfende durch ihr Engagement überfordern. Umfangreichere Arbeiten werden ganz klar nicht übernommen und dadurch ist eine Konkurrenzierung von Gewerbetreibenden ausgeschlossen.

Wer kann alles Helfende/r werden?

Generell können alle interessierten und motivierten Personen bei Zeitpolster mitmachen.

Hierbei ist nicht entscheidend, ob diese Person bereits im Betreuungsbereich gearbeitet hat. Vielmehr sind die Erfahrungen mit Mitmenschen sowie die eigenen Fähigkeiten von Bedeutung. Wir freuen uns auf Sie!

Welche Leistungsbereiche werden für Helfende und Betreute angeboten?

Sie interessieren sich dafür anderen zu helfen oder benötigen selbst eine Hilfeleistung? Folgende Dienstleistungen können beispielsweise erbracht bzw. bezogen werden:

  • Fahrdienste und Begleitung: Zum Arzt oder zu Therapien, zur Fusspflege, zum Friseur, auf den Friedhof oder zu Gottesdiensten, Bank, Behörden und Botengänge, gemeinsames Einkaufen (oder die selbstständige Erledigung eines Einkaufs)
  • Administrative Hilfe: Unterstützung beim allgemeinen Brief- und Schriftverkehr, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, im Umgang mit dem PC, TV oder Mobiltelefon
  • Hilfe in Haushalt und Garten: Waschen, bügeln, staubsaugen, Betten beziehen, Müllentsorgung, gemeinsames Kochen/Essen, Kleine Gartenarbeiten
  • Freizeitaktivitäten: Ausflüge in die Natur, Spaziergänge, gemeinsames Spielen, vorlesen, Kaffee trinken, Begleitung zu kulturellen Veranstaltungen oder Vorträgen
  • Handwerkliche Hilfe: Schneeschaufeln, kleinere Reparaturen im Haus, Ersatz von defekten Leuchtmitteln, Mithilfe beim Wohnungswechsel 
  • Freiräume für pflegende Angehörige schaffen: Einen Nachmittag die Anwesenheit abdecken, einfach zuhören und Besuche abstatten 
Welche Voraussetzungen müssen Helfende erfüllen? Wie wird die Qualität der Helfenden sichergestellt?

Das ist ein zentraler Punkt. Wenn Zeitpolster Helfende und Betreute zusammenbringt, trägt sie auch eine Verantwortung dafür, wen sie als freiwillig Tätige in Haushalte bringt. Im Kontakt mit alten Menschen kann Missbrauchspotenzial nicht ausgeschlossen werden, aber die gilt unabhängig davon, ob Freiwillige auf privater Basis aktiv sind oder eben über eine Zeitvorsorgeorganisation. Wir werden auf jeden Fall ein starkes Augenmerk darauf verwenden, dass die über unsere Organisation freiwillig Tätigen über eine hohe Integrität verfügen. So muss eine helfende Person beispielsweise offenlegen, wenn sie einen Strafregistereintrag hat. Die Organisation muss dann aufgrund des Hintergrunds des Eintrags entscheiden, ob eine Tätigkeit im Zeitvorsorgesystem dadurch möglich ist oder nicht.

Klare Vereinbarungen

Helfende handeln eigenverantwortlich. Über jede Anfrage entscheiden Sie selbst über Annahme oder Ablehnung. Werden Zusagen gemacht, so sind diese im Sinne des kooperativen Miteinanders einzuhalten. Ist die Einhaltung einmal nicht möglich, werden rechtzeitig alle Betroffenen informiert, so dass gemeinsam eine neue Lösung gefunden werden kann.

Persönliche Qualifikationen

Alle Helfenden machen transparent, welche Qualifikationen und Erfahrungen sie in der Betreuungsarbeit vorweisen können. Wir unterstützen die Qualifizierung unserer Helfenden. In vielen Situationen reicht aber bereits Lebenserfahrung, Offenheit und Einfühlungsvermögen aus.

Vertraulichkeit

Helfende halten sich an die übliche Verschwiegenheit und sichern so allen Leistungsbeziehenden einen geschützten und vertrauensvollen Rahmen zu.

Sind Helfende für ihre Aufgaben versichert?

Ja. Eine Haftpflichtversicherung wird durch den Verein für alle Helfenden abgeschlossen. Eine Unfallversicherungspflicht ist in Liechtenstein bereits gesetzlich vorgegeben und dadurch bei jedem Helfenden ungeachtet seines Alters und dieser Freiwilligenarbeit sichergestellt.

Sind Sozialversicherung und Einkommensteuer zu entrichten?

Stundengutschriften sind in unserem Zeitvorsorgemodell frei von Steuern und einer Sozialversicherungspflicht.

Welche Rechte und Pflichten gelten für helfende Personen?

Unterstützungspflicht

Vereinsmitglieder sind verpflichtet, unsere Anliegen zu unterstützen. Helfende arbeiten freiwillig und gestalten sich die Einsätze nach ihrer Massgabe und Möglichkeit.

Einhaltung der Leistungsvereinbarung

Helfende sind zudem verpflichtet, ihre getätigten Zusagen gegenüber den Leistungsbeziehenden einzuhalten oder alle Beteiligten zu informieren, sofern eine Einhaltung der Leistungserbringung nicht möglich ist.

Termingerechte Abgabe der Zeitdokumentation

Alle geleisteten Stunden müssen in einer Zeitdokumentation erfasst, von den Betreuten bestätigt bzw. unterschrieben und von den Helfenden bis spätestens am 5. des Folgemonats bei der gebietszuständigen Gruppe (Ober- oder Unterland) oder bei der Geschäftsstelle physisch abgegeben oder per Email zugeschickt werden.

Führerschein

Bieten Helfende Fahrdienstleistungen an, so wird vorab aus Gründen der Sicherheitsgewährleistung eine Kopie des Führerscheins benötigt. Die Helfenden stehen somit in der Pflicht, die Einziehung oder eine altersbedingte Abgabe des Führerscheins der gebietszuständigen Gruppe (Ober- oder Unterland) oder der Geschäftsstelle unverzüglich mitzuteilen.

Recht auf Ablehnung von Anfragen

Helfende haben das Recht auf die Ablehnung einer Anfrage. Dies sollte allerdings nicht zur Regel werden, sondern nur in Ausnahmefällen erfolgen. Eine solche Ablehnung muss dem Anfragenden zeitnah mitgeteilt werden. Helfende können sich jederzeit bei der gebietszuständigen Gruppe (Ober- oder Unterland) oder der Geschäftsstelle melden und bekannt geben, dass sie keine weiteren Aufgaben übernehmen können. Es gibt auch die Möglichkeit sich «ruhend» stellen zu lassen.

Wozu braucht es die Selbstdeklaration

Als Mindestvoraussetzung wird zur Sicherheit aller Beteiligten eine Selbstdeklaration von jedem Helfenden benötigt. Bitte verwenden Sie unsere Vorlage.

Wozu dient das Notfallkonto?

Je geleistete Stunde werden CHF 4.00 hinterlegt. Haben Sie Zeitguthaben angespart und wir finden bei späterem Bedarf keine Hilfe für Sie im Zeitpolsternetzwerk, können wir damit anteilig Betreuungsleistungen zukaufen. Wenn beispielsweise in 10 Jahren zu wenig Helfende eine Leistung gegen Zeitgutschriften anbieten, kann zumindest eine solidarische Betreuungsleistung zugekauft werden. In diesem Fall stellen Helfende gemeinsam mit der gebietszuständigen Gruppe (Ober- oder Unterland) einen Antrag. Dieser wird vom Vereinsvorstand bzw. der Geschäftsstelle geprüft.

Habe ich einen persönlichen Nutzen, wenn ich für andere bei Zeitpolster aktiv werde?

Freiwilliges Engagement bei Zeitpolster wirkt sich durch das Ansparen von Stunden positiv auf die Altersversorgung aus. Jede geleistete Stunde wird dem eigenen Zeitkonto gutgeschrieben und kann im Alter bei Betreuungsbedarf jederzeit eingelöst werden.

Gebraucht zu werden und Teil eines sozialen Netzwerks zu sein, verstärkt das positive Lebensgefühl. Das Wissen, jemandem geholfen und etwas Gutes getan zu haben, macht im Alltag Freude.

Durch das Zeitpolster wird eine Balance zwischen Geben und Nehmen geschaffen, wobei persönliches Engagement und das der Gruppe im Vordergrund stehen.

Wie erfolgt die Abrechnung meiner Leistung?

Jede geleistete Stunde muss auf der Zeitdokumentation von den Betreuten bestätigt bzw. unterschrieben werden. Helfende erhalten kein Geld für die erbrachten Leistungen, sondern eine Gutschrift der entsprechenden Stunden auf das individuelle Zeitkonto. 

Kann ich mein Zeitguthaben jemandem schenken?

Zeitgutschriften sind nicht übertragbar, nicht handelbar und können nicht getauscht werden. Das Zeitguthaben verfällt bei Austritt oder Ausschluss aus dem Verein sowie auf den Zeitpunkt des Todes des Mitglieds. Das Zeitguthaben ist nicht vererbbar.

Gibt es einen Mitgliedsbeitrag?

Helfende zahlen keinen Mitgliedsbeitrag. Sollten Sie als Helfende/r eines Tages nicht mehr aktiv sein, sondern Ihre gutgeschriebenen Stunden für Betreuung eintauschen wollen, so bleiben Sie selbstverständlich auch weiterhin Teil von Zeitpolster bzw. Vereinsmitglied.

Was ist die Rolle der Geschäftsstelle?

Die Geschäftsstelle gibt dem sozialen Handeln einen organisatorischen und strukturellen Rahmen. Sie dient als Koordinations- und Schnittstelle zwischen Helfenden und Betreuten. Diese Stelle kümmert sich um die Verwaltung, Versicherung, Verrechnung und Vermarktung. Sie sichert durch Kontrollmassnahmen die Qualitätsstandards und nimmt Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Neuerungen gerne an.

Wie kann ich mich einfach registrieren?

Sie möchten gerne Helfende/r werden oder eine Betreuungsleistung in Anspruch nehmen? Die schnellste und einfachste Variante ist die Online-Registrierung.

Die sichere Speicherung personenbezogener Daten (z.B. im Zusammenhang mit dem Anmeldeformular) ist gewährleistet und wird nicht an Institutionen oder Drittpersonen weitergegeben. Das Vereinsmitglied hat das Recht auf unentgeltliche Auskunft über die gespeicherten Daten sowie ein Recht auf Berichtigung, Sperrung oder Löschung.

Nach getätigter Anmeldung erfolgt je nach Wohnort die persönliche Kontaktaufnahme durch die Geschäftsstelle oder durch ein Teammitglied der Gruppe Ober- bzw. Unterland.

Serviceline: Mo-Fr 9 bis 12 Uhr

Die Zeitsäule für die Altersvorsorge